D1-Jugend erreicht beim Ulzburg-Cup den 2. Platz

Einen großen Erfolg erreichte die männliche D1 von Handball Lemgo beim sehr stark besetzten Ulzburg-Cup. Ausgestattet mit neuen T-Shirts und Socken (großen Dank an Heiko und auch an den „Beflocker“ Naki) setzte sich die Mannschaft um Trainer Rolf Sievert und Betreuer Arnold Throne in die Handball-Lemgo Bullis und fuhr zum internationalen Turnier nördlich von Hamburg.

Untergebracht in der Jugendherberge fieberte man den Gruppenspielen entgegen.Gleich als erstes mussten die Lemgoer Jungs gegen den letztjährigen Finalisten Rellinger TV ran und schnell zeigte sich, dass diese auch in diesem Jahr eine schlagkräftige Truppe an den Start schickten. Nach ausgeglichener erster Hälfte setzte sich dann aber die stärker besetzte Bank der Hansestädte durch und fuhr einen zum Schluss ungefährdeten Sieg zum 14:8 ein.

Als nächstes warteten die individuell immer gut ausgebildeten Schweden aus Lugi Lund auf die Lemgoer Jungs. Lund hatte das erste Spiel gegen die Bezirksauswahl Wiesbaden klar mit 2:22 verloren und in Erwartung eines sicheren Sieges schlichen sich viele Unkonzentriertheiten ins Lemgoer Spiel ein. Sie liefen einen Großteil der Spielzeit einem knappen Rückstand hinterher und konnten erst zehn Minuten vor Schluss einen kleinen Vorsprung herauswerfen, der dann aber auch wieder verbaselt wurde. Kurios in diesem Spiel war, dass Leon Throne zum Ende der ersten Halbzeit einen direkten Freiwurf von der eigenen Neun-Meter-Linie versenkte (Unterkante Latte, Hinterkopf Torwart und dann rein). Dafür schenkten die Schweden uns einen direkten Freiwurf zum Ende der zweiten Halbzeit von der Mittellinie ein (unglücklich abgefälscht von der Mauer und unhaltbar für Torwart Svante Holling) und erreichte damit noch das Unentschieden. Da der Rellinger TV dann Lugi besiegte, war klar, dass wir als Gruppenerster oder -zweiter weiterkommen würden und damit hielt sich die Enttäuschung in Grenzen.

Abends stand dann noch das Spiel gegen die Bezirksauswahl Frankfurt/Wiesbaden an. Gegen die aggressive, offene Manndeckung fanden die Lemgoer Jungs erst keine Mittel und gerieten schnell ins Hintertreffen. Sie gaben aber nicht auf und die doch erwartete Niederlage hielt sich mit 11:19 noch in Grenzen. Damit musste man am nächsten morgen früh raus und sich gegen einen anderen Gruppenzweiten sich die Teilnahme am Viertelfinale erarbeiten. Es wartete morgens um 9:00 Uhr dann Flensburg auf den TBV-Nachwuchs, die nur gegen den starken MTV Wangen knapp verloren hatten. Da die Flensburger schnelle, aber körperlich nicht so starke Spieler in ihren Reihen hatten, wurde die Lemgoer Deckung auf 3:2:1 umgestellt und auch wenn diese Deckungsvariante im Training noch nicht so oft geübt wurde, zeigte sich, dass es genau das richtige taktische Mittel war. Aus der sicheren Deckung heraus wurden viele Gegenstöße gelaufen. Aber auch im Positionsspiel wurde die körperliche Überlegenheit gut ausgespielt und Flensburg ein wenig unter Wert mit 14:7 besiegt.

Im Viertelfinale musste man dann gegen den Bergischen HC antreten, die in ihrer Gruppe den HSV, Aumühle und Dormagen 2 klar besiegt hatten. Nach anfänglicher Nervosität auf beiden Seiten zeigte sich, dass auch die Jungs aus Solingen keine spielerischen Mittel gegen die aggressive 3:2:1-Deckung fanden und auch der längste Spieler des Turniers wurde am Kreis immer wieder mit vereinten Kräften gestoppt. Und falls doch mal eine Wurfchance zugelassen wurde, waren die Würfe eine sichere Beute des immer sicherer werdenden Torwartes Svante Holling. Aber auch auf der anderen Seite stand ein starker Keeper, sodass in einem relativ torarmen Spiel ein klarer ungefährdeter Sieg der Lemgoer mit 11:5 heraussprang.

Nun hatten die Handball-Lemgoer unter großem Jubel der mitgereisten Eltern das Halbfinale erreicht und wollten nicht nur ins kleine Finale. Im ersten Halbfinale besiegte die Auswahlmannschaft Wiesbaden/Frankfurt sehr sicher Aumühle, sodass man auch hier einen zusätzlichen Anreiz hatte, im Finale die Revanche gegen die Hessen spielen zu können.

Dementsprechend motiviert gingen die Lemgoer Jungs im Halbfinale ans Werk. Der Gegner aus Gommern/Möckern versuchte es zu Beginn mit einer offenen Manndeckung, die aber nach sechs schnellen Toren der Hansestädter in eine etwas defensivere 3:3-Variante abgeschwächt wurde. Trotzdem hatten die tapfer kämpfenden Spieler aus Sachsen-Anhalt dem Angriffswirbel nichts entgegen zu setzen. Zusätzlich griff die sattelfeste Deckung um die Abwehrorganisatoren Felix Sievert und Haakon Herrmuth erneut sehr beherzt zu, sodass die Partie frühzeitig entschieden war.  Mit einem sehr deutlichen 19:5 wurde der Einzug ins Finale geschafft.

Hier traf man am nächsten Tag erneut auf den Gruppenersten und Turnierfavoriten Auswahl Frankfurt/Wiesbaden, die wieder mit ihrer sehr aggressiven Manndeckung viel Druck auf die Lemgoer Angreifer erzeugten. Durch abgefangene Bälle setzten sie sich schnell mit drei Toren ab. Diesmal merkte man aber der Mannschaft von Rolf Sievert an, dass sie viel Selbstvertrauen im Turnier getankt hatten und dass sie viel abgeklärter agierten. Es wurde mit Ruhe und Geduld der besser postierte Spieler gesucht und oft auch gefunden, sodass man den Kontakt zu den Wiesbadenern nie abreißen lies. Ebenfalls stand wieder die inzwischen sehr gut funktionierende 3:2:1-Deckung und sobald der Gegner in den Positionsangriff musste, wurde es für sie sehr schwer ein Tor zu erzielen.

Dem 5:5 zur Pause folgte ein kleiner Einbruch auf Lemgoer Seite und die Chancen wurden nicht mehr konsequent genutzt, sodass es beim 7:11 anscheinend doch wieder deutlich für Wiesbaden wurde. Allerdings kämpfte sich der TBV-Nachwuchs wieder heran und erzielte eine Minute vor Schluss den Ausgleich zum 12:12. Durch eine starke Einzelleistung auf Außen erhöhte Wiesbaden wiederum auf 13:12. Das konnten die Lemgoer nicht mehr ausgleichen und auch der direkte Freiwurf zum Schluss ging leider über das Tor.

Aufgrund der sehr starken Leistung im Finale gegen die Wiesbadener und auch durch die gezeigten klasse Spiele am Tag zuvor, war von Enttäuschung nichts zu spüren und man feierte den 2. Platz ausgelassen. Denn es war klar, dass man als beste Vereinsmannschaft das Turnier abgeschlossen hatte und die Zuschauer im Finale ein packendes Handballspiel gesehen haben, dass die tolle Mannschaft aus Wiesbaden nicht unverdient gewonnen hat.

Als Fazit können wir uns nur beim Veranstalter, dem SV Henstedt-Ulzburg, für dieses tolle und stimmige Turnier bedanken. Eine unglaubliche Leistung von den Organisatoren und den vielen Helfern. Wir waren sehr gerne eure Gäste und kommen gerne wieder. Ein weiterer großer Dank geht an die toll unterstützenden Eltern, Großeltern, Geschwister und anderen Verwandten, die eine wahnsinnig tolle Stimmung in der Halle verbreitet haben und immer lautstark und fair angefeuert haben.

Auch Trainer und Betreuer der Lemgoer Jungs waren sich einig, dass man die Lemgoer Farben auf und neben dem Platz hervorragend vertreten hat und dass man mit dieser Mannschaft jederzeit gerne wieder losfahren würde.

Lädt...
TOP