Von der Basis bis an die Spitze

Magnus Wislander gilt als einer der begnadetsten Handballer aller Zeiten. Die IHF kürte den Schweden zum „Welthandballer des Jahrhunderts“, angesichts seiner sportlichen Vita nicht verwunderlich. Denn der Schwede schulte im durchaus gesetzten Handball-Alter von seiner angestammten Mittelposition zum Kreisläufer um und spielte auch dort noch auf absolutem Weltklasseniveau. Den Grund hierfür sieht Wislander in seiner Jugendzeit. „Wichtig in meiner Jugendzeit ist gewesen, dass wir viel Spaß hatten, und es war nicht so wichtig wie wir trainiert haben. Es war Spaß mit dem Ball, in meiner Freizeit habe ich nur mit dem Ball gespielt, manchmal Fußball, manchmal Handball“, erklärt Wislander.

Um es auf den Punkt zu bringen: Wislander hatte das Spielen verstanden. Keine frühzeitige Spezialisierung und monotones Training in hohem Umfang, sondern das Spiel stand für Wislander seit jeher im Vordergrund. Und genau hieran orientiert sich seit einiger Zeit auch die Talentsichtung des TBV Lemgo. Als offizieller Partner der Heidelberger Ballschule leitet TBV-Jugendkoordinator Christian Plesser in der 1. Klasse der Grundschule Kirchheide eine zusätzliche Sportstunde. Und in dieser geht es um genau das, was Magnus Wislander zu seiner Karriere verholfen hat – Spaß. „Es wird in jeglicher Form mit den Kindern gespielt. Hockey, Fußball, Handball, einfache Spiele, in denen die Kinder mit Spaß und Freude bei der Sache sind“, erklärt Plesser. Dass dabei jedes Kind in der Sportstunde mitmacht, ist ein zusätzlicher Vorteil, es gibt keine Auswahl, keine Reglementierung, keine Voraussetzungen, um mitmachen zu dürfen.

"Über die Ballschule wollen wir die Kinder für den Handballsport als solchen und natürlich auch für die Nachwuchsmannschaften der HSG Handball Lemgo begeistern", setzt sich Plesser als Ziel.

Die wirkliche Talentförderung setzt dann für die jungen Talente ein, wenn sie die Grundschule verlassen haben. Und auch hier ist der TBV begleitend aktiv, in Zusammenarbeit mit dem Marianne-Weber-Gymnasium wird der weitere Weg der jungen Handballer begleitet. Sportbetonte Schule heißt das Projekt, bei dem die älteren Schüler des MWG die Möglichkeit erhalten, eine zusätzliche Handball-Trainingseinheit absolvieren zu können, die jüngeren werden in einer speziellen Handball-AG gefördert. Neben der rein sportlichen Förderung liegt der Fokus aber ganz klar auf dem schulischen Bereich, wie Leif Anton, betreuender Lehrer des MWG, betont: „Im Vordergrund steht die Eignung für das Gymnasium, nicht das sportliche Leistungsvermögen. Wir begleiten die Schüler und federn Belastungsspitzen im schulischen Alltag ab, beispielsweise durch das Verlegen von Klassenarbeiten, wenn am Wochenende zuvor ein Wettkampf anstand oder durch Nachhilfe, wenn aufgrund von Lehrgängen mehrere Tage Unterricht versäumt wurden.“

Dabei kümmern sich Anton und seine Kollegen seit Kurzem auch um die Schüler, die in der Wohngemeinschaft des TBV untergebracht sind. Der Lehrer als Ansprechpartner außerhalb der Schule – was zunächst seltsam anmutet, bewährt sich in der Praxis. „Bislang sind wir sehr zufrieden,  wie sich die Zusammenarbeit entwickelt, natürlich muss man bei dem einen oder anderen Schüler die Leistungen im Auge behalten. Aber im Großen und Ganzen können wir ein sehr positives Zwischenfazit ziehen“, so Anton.

Von der Basis bis an die Spitze. So könnte man das Projekt des TBV Lemgo nennen, das er nun seit einigen Monaten mit seinen starken Partnern in Lemgo erfolgreich umsetzt.

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